Fleisch richtig grillen – von der Vorbereitung bis zum perfekten Garpunkt
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12. August 2026 um 13:11 -
Lesezeit: 15 Min. -
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- Die richtige Fleischauswahl
- Fleisch vor dem Grillen vorbereiten
- Muss Fleisch Zimmertemperatur haben?
- Den Grill richtig vorheizen
- Direkte und indirekte Hitze kombinieren
- Die Zwei-Zonen-Methode
- Steaks richtig grillen
- Die Bedeutung der Kerntemperatur
- Schweinefleisch richtig grillen
- Rippchen und langsam gegartes Fleisch
- Pulled Pork
- Geflügel richtig grillen
- Hähnchenbrust saftig halten
- Burger-Patties richtig grillen
- Würstchen richtig grillen
- Fleisch nicht ständig wenden
- Warum Fleischsaft wichtig ist
- Fleisch nach dem Grillen ruhen lassen
- Marinaden richtig verwenden
- Salz vor oder nach dem Grillen?
- Gewürze und Kräuter
- Fett und Flammenbildung
- Rauch als zusätzliches Aroma
- Typische Fehler beim Fleischgrillen
- Fleisch nicht mit der Gabel einstechen
- Hygiene beim Grillen
- Geduld statt maximale Hitze
- Das Thermometer als wichtigstes Hilfsmittel
- Erfahrung entwickelt sich mit jedem Grillvorgang
- Fazit: Fleisch richtig grillen bedeutet Hitze kontrollieren
Fleisch gehört für viele Menschen zu den Klassikern auf dem Grill. Ob saftiges Steak, würzige Koteletts, zarte Hähnchenbrust, kräftige Rippchen oder ein großes Stück Schweinefleisch für langsames BBQ – jede Fleischsorte stellt andere Anforderungen an Temperatur, Garzeit und Grillmethode. Wer Fleisch richtig grillen möchte, sollte deshalb nicht nur auf hohe Hitze setzen, sondern verstehen, wie Fleischdicke, Fettanteil, Grilltemperatur, direkte und indirekte Hitze sowie Kerntemperatur zusammenspielen.
Ein gutes Grillergebnis entsteht nicht allein dadurch, dass Fleisch möglichst schnell starke Röstaromen bekommt. Entscheidend ist vielmehr das Verhältnis zwischen einer aromatischen Oberfläche und einem saftigen Inneren. Genau hier zeigt sich die eigentliche Kunst des Grillens: außen kräftige Röstaromen entwickeln, ohne das Fleisch auszutrocknen, und gleichzeitig den gewünschten Gargrad im Inneren erreichen.
Die richtige Fleischauswahl
Der erste Schritt zu einem guten Grillergebnis beginnt bereits beim Einkauf. Nicht jedes Stück Fleisch eignet sich gleichermaßen für jede Grillmethode.
Zarte Fleischstücke wie Filet, Hüftsteak oder bestimmte Teile des Roastbeefs eignen sich hervorragend für kurzes Grillen bei hoher Temperatur. Sie besitzen eine relativ feine Struktur und benötigen keine langen Garzeiten.
Andere Fleischstücke enthalten dagegen mehr Bindegewebe und Fett. Dazu gehören beispielsweise Schweineschulter, Rippchen oder Rinderbrust. Solche Stücke profitieren von langen Garzeiten bei niedriger oder mittlerer Temperatur.
Ein wichtiger Faktor ist außerdem die Marmorierung. Damit sind feine Fettadern gemeint, die sich innerhalb des Muskelfleisches befinden. Beim Garen schmilzt ein Teil dieses Fettes und trägt wesentlich zu Geschmack und Saftigkeit bei.
Sehr mageres Fleisch kann dagegen schneller trocken werden. Hier ist eine besonders genaue Temperaturkontrolle wichtig.
Fleisch vor dem Grillen vorbereiten
Eine gute Vorbereitung erleichtert den gesamten Grillvorgang. Fleisch sollte möglichst gleichmäßig zugeschnitten sein, damit einzelne Bereiche nicht unterschiedlich schnell garen.
Überschüssige Sehnen oder sehr dicke Fettstücke können je nach Fleischart entfernt werden. Eine gewisse Fettschicht kann jedoch durchaus sinnvoll sein, da sie Geschmack liefert und das Fleisch während des Grillens teilweise schützt.
Das Fleisch sollte außerdem möglichst trocken auf den Grill kommen. Eine sehr feuchte Oberfläche erschwert eine intensive Bräunung. Deshalb kann es sinnvoll sein, das Fleisch vor dem Grillen vorsichtig mit Küchenpapier abzutupfen.
Marinaden sollten ebenfalls nicht übermäßig flüssig am Fleisch haften. Besonders zuckerhaltige Marinaden können bei hoher Hitze schnell verbrennen.
Muss Fleisch Zimmertemperatur haben?
Oft wird empfohlen, Fleisch lange vor dem Grillen aus dem Kühlschrank zu nehmen. Dabei sollte man jedoch vorsichtig sein. Fleisch muss keineswegs stundenlang bei Raumtemperatur liegen.
Bei kleineren Fleischstücken verändert sich die Temperatur im Inneren ohnehin nur langsam. Gleichzeitig sollte rohes Fleisch aus hygienischen Gründen nicht unnötig lange ungekühlt bleiben.
Wichtiger als ein vollständiges „Aufwärmen“ des Fleisches ist eine kontrollierte Grillmethode. Mit der richtigen Hitze und einer zuverlässigen Kerntemperaturmessung lässt sich Fleisch auch dann hervorragend grillen, wenn es noch relativ kühl ist.
Den Grill richtig vorheizen
Bevor Fleisch auf den Rost gelegt wird, sollte der Grill ausreichend vorgeheizt sein. Ein stabil aufgeheizter Grill sorgt dafür, dass die Temperatur während des Grillens besser kontrollierbar bleibt.
Beim Gasgrill dauert das Vorheizen meist nur einige Minuten. Beim Holzkohlegrill sollte gewartet werden, bis die Kohlen gleichmäßig durchgeglüht sind und eine stabile Hitze liefern.
Der Rost sollte ebenfalls heiß sein. Dadurch entstehen beim direkten Grillen schneller Röstaromen und das Fleisch haftet weniger stark an.
Es empfiehlt sich außerdem, den Grillrost vor dem Grillen gründlich zu reinigen. Rückstände von vorherigen Grillvorgängen können Geschmack und Hitzeverteilung beeinflussen.
Direkte und indirekte Hitze kombinieren
Eine der wichtigsten Techniken beim Grillen von Fleisch ist die Kombination aus direkter und indirekter Hitze.
Direkte Hitze bedeutet, dass sich das Fleisch unmittelbar über der Hitzequelle befindet. Dieser Bereich eignet sich hervorragend zum scharfen Anbraten. Hier entstehen kräftige Röstaromen und eine appetitliche Kruste.
Bei indirekter Hitze befindet sich das Fleisch dagegen nicht unmittelbar über Kohle oder Brenner. Es gart durch die heiße Luft innerhalb des geschlossenen Grills.
Gerade bei dickeren Fleischstücken ist die Kombination beider Methoden ideal. Das Fleisch kann zunächst über hoher direkter Hitze angeröstet und anschließend im indirekten Bereich bis zur gewünschten Kerntemperatur gegart werden.
Die Zwei-Zonen-Methode
Für das Grillen von Fleisch ist die Zwei-Zonen-Methode besonders praktisch. Dabei wird der Grill in einen heißen und einen weniger heißen Bereich aufgeteilt.
Beim Holzkohlegrill wird die Kohle beispielsweise nur auf einer Seite verteilt. Die andere Seite bleibt weitgehend frei. Beim Gasgrill kann ein Brenner stark aufgeheizt werden, während ein anderer ausgeschaltet oder deutlich niedriger eingestellt bleibt.
Diese Aufteilung ermöglicht es, Fleisch jederzeit zwischen den Zonen zu verschieben. Wird die Oberfläche zu dunkel, kann das Fleisch sofort in den indirekten Bereich gelegt werden.
Dadurch erhält man wesentlich mehr Kontrolle als auf einem Grill, der überall dieselbe hohe Temperatur besitzt.
Steaks richtig grillen
Steaks gehören zu den beliebtesten Fleischstücken auf dem Grill. Besonders wichtig sind hier eine hohe Temperatur für die Oberfläche und eine präzise Kontrolle des Gargrades im Inneren.
Dünnere Steaks können häufig vollständig über direkter Hitze gegrillt werden. Dickere Steaks profitieren dagegen von einer Kombination aus direkter und indirekter Hitze.
Eine klassische Methode besteht darin, das Steak zunächst auf beiden Seiten kräftig anzurösten. Anschließend wird es in die indirekte Zone gelegt und dort bis zur gewünschten Kerntemperatur weitergegart.
Eine Alternative ist das Reverse Searing. Dabei wird das Steak zuerst langsam bei indirekter Hitze erwärmt und erst am Ende über sehr hoher direkter Hitze angebraten.
Diese Methode eignet sich besonders für dicke Steaks und ermöglicht einen relativ gleichmäßigen Gargrad.
Die Bedeutung der Kerntemperatur
Die Kerntemperatur ist einer der zuverlässigsten Hinweise darauf, wie weit Fleisch gegart ist. Sie wird im Inneren des dicksten Bereichs gemessen.
Ein digitales Fleischthermometer ist deshalb eines der hilfreichsten Werkzeuge beim Grillen. Statt sich ausschließlich auf Zeitangaben oder die Farbe der Oberfläche zu verlassen, kann der tatsächliche Garzustand kontrolliert werden.
Bei Steaks hängt die gewünschte Kerntemperatur vom persönlichen Geschmack ab. Manche bevorzugen einen deutlich rosa beziehungsweise roten Kern, andere möchten das Fleisch stärker durchgegart.
Bei Geflügel und bestimmten anderen Fleischarten geht es dagegen zusätzlich um Lebensmittelsicherheit. Hier sollte darauf geachtet werden, dass eine ausreichend hohe Kerntemperatur erreicht wird.
Schweinefleisch richtig grillen
Schweinefleisch ist äußerst vielseitig. Dünne Koteletts können relativ schnell über direkter Hitze gegrillt werden, während größere Stücke wie Schweineschulter deutlich längere Garzeiten benötigen.
Bei Koteletts empfiehlt es sich, nicht ausschließlich auf maximale Hitze zu setzen. Besonders magere Stücke können schnell trocken werden.
Eine Kombination aus kurzem Anrösten und anschließendem indirektem Garen bietet häufig bessere Kontrolle.
Fettreichere Stücke profitieren dagegen von längeren Garzeiten. Das Fett kann langsam schmelzen und das Fleisch aromatischer und saftiger machen.
Rippchen und langsam gegartes Fleisch
Rippchen gehören zu den Fleischgerichten, die besonders von niedriger Temperatur und langer Garzeit profitieren.
Statt sie direkt über sehr hoher Hitze zu grillen, werden sie überwiegend indirekt gegart. Dadurch kann das Fleisch langsam weich werden.
Beim klassischen BBQ kommen häufig Temperaturen im Bereich von ungefähr 100 bis 140 °C zum Einsatz. Die genaue Temperatur hängt von der jeweiligen Methode ab.
Während des Garens kann zusätzlich Rauch verwendet werden. Holzstücke oder geeignete Räucherchips verleihen dem Fleisch ein charakteristisches Aroma.
Pulled Pork
Pulled Pork wird meist aus Schweineschulter oder Schweinenacken hergestellt. Das Fleisch wird über viele Stunden bei relativ niedriger Temperatur gegart.
Durch die lange Garzeit verändert sich das Bindegewebe. Das Fleisch wird zunehmend weich und lässt sich am Ende auseinanderziehen.
Pulled Pork zeigt besonders deutlich, dass hohe Temperatur nicht automatisch bessere Ergebnisse liefert. Hier sind Geduld und eine möglichst stabile Garraumtemperatur wesentlich wichtiger.
Ein Grillthermometer ist bei solchen Langzeitprojekten nahezu unverzichtbar.
Geflügel richtig grillen
Geflügel benötigt besondere Aufmerksamkeit. Hähnchenbrust ist vergleichsweise mager und kann deshalb schnell trocken werden. Gleichzeitig muss Geflügel ausreichend durchgegart werden.
Bei größeren Geflügelstücken empfiehlt sich indirekte Hitze. Ein ganzes Hähnchen sollte möglichst nicht ausschließlich über direkter Glut liegen.
Die Haut kann am Ende über stärkere Hitze knuspriger gemacht werden.
Ein Fleischthermometer hilft dabei, sicherzustellen, dass das Fleisch vollständig gegart ist, ohne es unnötig lange auf dem Grill zu lassen.
Hähnchenbrust saftig halten
Hähnchenbrust gehört zu den Fleischstücken, die besonders leicht austrocknen. Der geringe Fettanteil sorgt dafür, dass bereits wenige Minuten zu viel Garzeit einen deutlichen Unterschied machen können.
Eine moderate Temperatur ist deshalb häufig sinnvoller als extreme Hitze.
Dickere Stücke können zunächst kurz angebraten und anschließend indirekt fertig gegart werden. Auf diese Weise erhält die Oberfläche Farbe, während das Innere kontrolliert die notwendige Temperatur erreicht.
Besonders wichtig ist es, Hähnchenbrust nicht allein nach Zeit zu grillen. Ein Thermometer liefert deutlich bessere Ergebnisse.
Burger-Patties richtig grillen
Burger-Patties eignen sich hervorragend für direkte Hitze. Die Oberfläche sollte kräftig gebräunt werden, damit intensive Röstaromen entstehen.
Das Patty sollte auf einen gut vorgeheizten Grill gelegt werden. Häufiges Drücken mit dem Grillwender sollte vermieden werden, da dabei Fleischsaft austreten kann.
Die Garzeit hängt von der Dicke des Patties ab.
Bei Hackfleisch gelten strengere hygienische Anforderungen als bei einem Steak aus einem ganzen Muskelstück. Deshalb sollte Hackfleisch ausreichend durchgegart werden.
Würstchen richtig grillen
Würstchen werden häufig über sehr hoher Hitze gegrillt. Das führt allerdings leicht dazu, dass die Haut platzt oder stark verbrennt.
Eine mittlere direkte Hitze ist meist besser geeignet. Die Würstchen können langsam erwärmt und regelmäßig gewendet werden.
Für stärkere Bräunung können sie gegen Ende kurz in einen heißeren Bereich gelegt werden.
Sind sie fertig, lassen sie sich in einer indirekten Zone warmhalten.
Fleisch nicht ständig wenden
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Fleisch auf dem Grill möglichst selten gewendet werden sollte. Tatsächlich kann regelmäßiges Wenden durchaus sinnvoll sein.
Mehrfaches Wenden kann dazu beitragen, dass Fleisch gleichmäßiger gart. Entscheidend ist weniger die Anzahl der Wendungen als eine kontrollierte Temperatur.
Bei empfindlichem Fleisch sollte allerdings vorsichtig gearbeitet werden. Eine Grillzange ist meist besser geeignet als eine Gabel, da sie die Oberfläche nicht unnötig durchsticht.
Warum Fleischsaft wichtig ist
Fleisch besteht zu einem erheblichen Teil aus Wasser. Während des Garens verliert es Flüssigkeit.
Je höher die Temperatur und je länger die Garzeit, desto größer kann dieser Flüssigkeitsverlust werden.
Deshalb sollte Fleisch nicht unnötig weit über den gewünschten Garpunkt hinaus erhitzt werden.
Besonders bei mageren Fleischstücken macht sich Übergarung schnell bemerkbar. Das Fleisch wird trocken und fester.
Fleisch nach dem Grillen ruhen lassen
Nach dem Grillen kann es sinnvoll sein, Fleisch kurz ruhen zu lassen. Besonders bei größeren oder dickeren Fleischstücken hilft diese Ruhephase dabei, dass sich die Temperatur innerhalb des Fleisches etwas ausgleicht.
Während dieser Zeit steigt die Kerntemperatur häufig noch leicht weiter an. Dieses sogenannte Nachgaren sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Das Fleisch sollte allerdings nicht unnötig lange liegen, da es sonst deutlich abkühlt.
Die ideale Ruhezeit hängt von der Größe des Fleischstücks ab.
Marinaden richtig verwenden
Marinaden können Fleisch zusätzliche Aromen verleihen. Sie bestehen häufig aus Öl, Kräutern, Gewürzen, Säure und weiteren Zutaten.
Besondere Vorsicht ist bei stark zuckerhaltigen Marinaden notwendig. Zucker karamellisiert schnell und kann bei sehr hoher Temperatur verbrennen.
Solche Fleischstücke sollten deshalb nicht dauerhaft über maximaler direkter Hitze liegen.
Überschüssige Marinade kann vor dem Grillen vorsichtig entfernt werden.
Salz vor oder nach dem Grillen?
Die Frage, wann Fleisch gesalzen werden sollte, wird häufig diskutiert. Grundsätzlich kann Fleisch sowohl vor als auch nach dem Grillen gesalzen werden.
Wird es unmittelbar vor dem Grillen gesalzen, bleibt meist wenig Zeit, um größere Mengen Flüssigkeit aus dem Fleisch zu ziehen.
Auch längeres vorheriges Salzen kann funktionieren, da das Salz nach einiger Zeit gemeinsam mit der austretenden Flüssigkeit wieder in das Fleisch einziehen kann.
Ungünstig kann dagegen eine Zwischenphase sein, in der Salz bereits Flüssigkeit an die Oberfläche gezogen hat, diese aber noch nicht wieder aufgenommen wurde.
Gewürze und Kräuter
Nicht alle Gewürze vertragen starke Grillhitze gleich gut. Grob gemahlener Pfeffer, manche Kräuter und Gewürzmischungen können bei extrem hoher Temperatur bitter werden.
Bei sehr heiß gegrillten Steaks kann es deshalb sinnvoll sein, bestimmte Gewürze erst nach dem scharfen Anbraten hinzuzufügen.
Marinaden und Rubs für langsam gegartes Fleisch sind dagegen speziell darauf ausgelegt, über längere Zeit am Fleisch zu bleiben.
Die Wahl der Gewürze sollte deshalb zur jeweiligen Grillmethode passen.
Fett und Flammenbildung
Beim Grillen von fettreichem Fleisch kann Fett auf Kohlen oder Brenner tropfen. Dadurch können Flammen entstehen.
Kurze Flammen sind nicht ungewöhnlich, dauerhaftes Feuer unter dem Fleisch sollte jedoch vermieden werden.
Das Fleisch kann in diesem Fall in die indirekte Zone verschoben werden, bis die Flammen verschwunden sind.
Besonders bei Holzkohle zeigt sich hier erneut der Vorteil eines gut eingerichteten Zwei-Zonen-Grills.
Rauch als zusätzliches Aroma
Rauch kann Fleisch ein intensives zusätzliches Aroma verleihen. Besonders beim BBQ spielt er eine wichtige Rolle.
Verschiedene Holzarten erzeugen unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Fruchtige Hölzer wirken häufig milder, während andere Holzarten kräftigere Raucharomen erzeugen.
Dabei gilt jedoch: Mehr Rauch bedeutet nicht automatisch mehr Geschmack. Zu viel dichter Rauch kann unangenehme oder bittere Aromen verursachen.
Ein sauber brennendes Feuer und eine kontrollierte Rauchentwicklung sind deshalb wichtig.
Typische Fehler beim Fleischgrillen
Ein häufiger Fehler ist zu hohe Hitze über die gesamte Grillfläche. Dadurch fehlt die Möglichkeit, Fleisch kontrolliert fertigzugaren.
Auch das ständige Öffnen des Deckels kann problematisch sein. Besonders beim indirekten Grillen sinkt dadurch immer wieder die Garraumtemperatur.
Ein weiterer Fehler besteht darin, ausschließlich nach Zeitangaben zu arbeiten. Zwei Fleischstücke gleicher Sorte können unterschiedlich dick sein und dadurch verschiedene Garzeiten benötigen.
Auch das Aufschneiden des Fleisches zur Kontrolle ist ungünstig. Dabei tritt Fleischsaft aus. Ein Thermometer ist wesentlich präziser und sauberer.
Fleisch nicht mit der Gabel einstechen
Zum Wenden von Fleisch empfiehlt sich eine Grillzange.
Wer mit einer Gabel häufig in das Fleisch sticht, verletzt die Oberfläche und schafft zusätzliche Stellen, an denen Flüssigkeit austreten kann.
Eine Grillzange ermöglicht dagegen das sichere Wenden, ohne das Fleisch unnötig zu beschädigen.
Für größere Fleischstücke können auch geeignete Grillheber oder andere Werkzeuge sinnvoll sein.
Hygiene beim Grillen
Neben Geschmack und Gargrad spielt beim Fleischgrillen auch Hygiene eine wichtige Rolle.
Rohes Fleisch sollte getrennt von bereits gegarten Lebensmitteln aufbewahrt werden. Teller, Zangen oder Schneidebretter, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, sollten nicht ohne Reinigung für fertiges Grillgut verwendet werden.
Besonders bei Geflügel und Hackfleisch ist eine sorgfältige Küchenhygiene wichtig.
Fleisch sollte außerdem bis kurz vor dem Grillen ausreichend gekühlt bleiben.
Geduld statt maximale Hitze
Viele Grillprobleme entstehen dadurch, dass Fleisch möglichst schnell fertig werden soll.
Hohe Hitze kann zwar hervorragende Röstaromen erzeugen, ersetzt aber nicht die notwendige Garzeit.
Besonders bei dickeren Fleischstücken benötigt die Wärme Zeit, um ins Innere vorzudringen.
Wer unterschiedliche Temperaturzonen nutzt und das Fleisch kontrolliert gart, erzielt deshalb häufig bessere Ergebnisse als jemand, der ausschließlich mit maximaler Hitze arbeitet.
Das Thermometer als wichtigstes Hilfsmittel
Neben einer guten Grillzange gehört ein digitales Fleischthermometer zu den sinnvollsten Werkzeugen beim Grillen.
Es nimmt einen großen Teil der Unsicherheit aus dem Garprozess.
Statt ständig zu überlegen, ob das Fleisch bereits fertig ist, kann die tatsächliche Kerntemperatur gemessen werden.
Besonders bei hochwertigen Steaks oder großen Fleischstücken kann ein Thermometer verhindern, dass das Fleisch durch wenige Minuten zu lange Garzeit ruiniert wird.
Erfahrung entwickelt sich mit jedem Grillvorgang
Trotz aller Temperaturangaben und Techniken bleibt Grillen auch eine Frage der Erfahrung.
Jeder Grill verhält sich etwas anders. Ein Holzkohlegrill reagiert anders als ein Gasgrill, und selbst zwei ähnliche Modelle können unterschiedliche Hitzezonen entwickeln.
Mit der Zeit lernt man, wie schnell der eigene Grill aufheizt, wo besonders heiße Stellen liegen und wie verschiedene Fleischstücke reagieren.
Ein Thermometer und klare Grillzonen helfen dabei, diese Erfahrungen schneller und zuverlässiger zu sammeln.
Fazit: Fleisch richtig grillen bedeutet Hitze kontrollieren
Perfekt gegrilltes Fleisch entsteht nicht zufällig. Entscheidend ist vor allem die bewusste Kontrolle von Hitze, Garzeit und Kerntemperatur.
Dünne Fleischstücke können meist schnell über direkter Hitze gegart werden. Dickere Steaks profitieren von einer Kombination aus direkter und indirekter Hitze. Große Stücke wie Schweineschulter, Rippchen oder Brisket benötigen dagegen häufig lange Garzeiten bei niedrigen Temperaturen.
Ein Grill mit mehreren Temperaturzonen bietet dafür die besten Voraussetzungen. Die heiße Zone erzeugt kräftige Röstaromen, während der indirekte Bereich kontrolliertes Weitergaren ermöglicht.
Zusammen mit einem zuverlässigen Fleischthermometer wird Grillen dadurch deutlich berechenbarer. Statt sich ausschließlich auf Minutenangaben, Farbe oder Gefühl zu verlassen, lässt sich der Garprozess gezielt steuern.
Die wichtigste Erkenntnis lautet daher: Fleisch richtig zu grillen bedeutet nicht, möglichst viel Hitze einzusetzen, sondern genau die richtige Hitze zum richtigen Zeitpunkt zu verwenden. Wer dieses Prinzip beherrscht, kann Steaks, Geflügel, Schweinefleisch, Burger und große BBQ-Stücke wesentlich gleichmäßiger, saftiger und aromatischer zubereiten.
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